Mantiden

Fangschrecken – faszinierend anders

Fangschrecken bzw. Gottesanbeterinnen werden häufig auch als Mantiden bezeichnet. „Mantis“ stammt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „Wahrsager“ oder „Prophet“. Gottesanbeterinnen sind hauptsächlich in den Tropen und Subtropen verbreitet. Von den mehr als 2.400 bekannten Arten kommt einzig die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) in Mitteleuropa vor, und dies nur auf Wärmeinseln wie z. B. dem Kaiserstuhl. In Deutschland genießt sie besonderen Schutz.

Gottesanbeterinnen sind meist tagaktive Lauerjäger. Getarnt als Blatt, Ast, Rinde oder Blüte verschmelzen sie geradezu mit ihrer Umgebung, während sie oft stundenlang verharren. Die großen Facettenaugen am dreieckigen Kopf der Tiere liegen weit auseinander und machen stereoskopisches Sehen möglich. Außerdem verfügen manche Arten über ein weiteres Sinnesorgan (‘Gehör’) zwischen den Hinterhüften. Die Vordergliedmaßen sind zu dornenbewährten Fangbeinen umgebildet, die innerhalb von Millisekunden zuschlagen, sobald ein Beutetier in Reichweite kommt. Sonst werden die Fangbeine wie ein Taschenmesser in charakterisitscher Weise vor der Brust zusammen geklappt – ein Verhalten, dem das Tier seinen prägnanten Namen verdankt.
Die meisten Arten ernähren sich von Insekten und Spinnen, einige größere Arten erbeuten daneben auch Skorpione oder sogar kleine Wirbeltiere wie Eidechsen und Mäuse. In der Haltung nehmen Gottesanbeterinnen gerne Fliegen, Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Mehlwürmer als Futter an.
Nicht nur wegen ihres berüchtigten, hin und wieder vorkommenden Kannibalismus, bei dem die Weibchen die Männchen während des Geschlechtsakts verspeisen, sind Gottesanbeterinnen überaus bemerkenswerte Tiere, die eine einzigartige Faszination auf uns ausüben.